2. Weserberglandtour vom 14. Mai 2000

    Nach dem tollen Erfolg unserer ersten Weserberglandtour war uns klar, dass wir ein solches Treffen auf jeden Fall wiederholen müssen.

    So ging alles wieder von vorne los: Adressen sammeln, die Einladungen schreiben, kopieren, verteilen, verschicken,... So gingen in diesem Jahr knapp 300 Briefe und 110 eMails auf die Reise zu Rollerfahrern. Zu diesem Zeitpunkt stand aber weder Route noch sonst etwas fest. Da einzige, was wir definitiv wussten war, dass wir von der Fa. Brüstle unterstützt werden und wir irgendwie zum Desenberg fahren.

    Als ich mit dem Roller auf Routensuche ging, kam ich durch Dörfer, die ich noch nicht einmal vom Namen her kannte. An jeder Kreuzung musste ich anhalten und die Karte befragen. Danach suchte ich ein paar Gruppenführer zusammen und gemeinsam fuhren wir die Strecke ab (sollte nicht das letzte Mal werden!) und verbesserten die Route noch ein wenig. Am Schluss waren es 127 km, was den 120 km, die auf der Einladung standen, sehr nahe kamen (letztes Jahr waren es ja über 40 km mehr).

    Nach und nach kamen dann schließlich die ersten Anmeldungen und zum Anmeldeschluss hatten sich ca. 70 Roller angemeldet. Aus Erfahrung wusste ich aber, dass das „dicke Ende“ noch kommt. So war es dann auch. Die letzten Anmeldungen kamen also am Abend vor dem Treffen. Schließlich hatten sich aber doch 124 Roller angemeldet. Und ganz nebenbei musste ich erfahren, dass mein Roller dank Piaggio nicht zu diesem Termin aus der Werkstatt „entlassen“ werden könnte (daher mein Epicuro-Leihroller am Sonntag).

    In der Woche vor dem Treffen ging es erst richtig rund. Die Süßigkeiten und Getränke für die Tüten wurden gekauft, Tüten gepackt, Kaffeekannen eingesammelt, Frikadellen und Kuchen gebacken, Gruppen eingeteilt und viele anderen Kleinigkeiten gemacht, an die gedacht werden musste. Auch wurde uns Anfang dieser Woche gesagt, dass wir unser Treffen beim Straßenverkehrsamt anmelden müssen. Also habe ich ganz schnell noch einen Antrag geschrieben und ihn eingereicht („Kostet 100 DM“, wurde uns gesagt). Allerdings hat sich bis Freitag keiner mehr von denen gemeldet, so dass mein Vater mal nachgefragt hat. Die Dame, die uns einige Tage vorher „beraten“ hatte, war aber nicht da. Ihr Kollege erzählte uns, dass nur noch die Genehmigung aus Kassel fehlte. In diesem Gespräch sagte er auch, dass diese ganze Aktion rund 400 DM kosten soll. Da das unser Budget sprengen würde, fragten wir mal genauer nach. Nachdem uns der Paragraph 29 der Straßenverkehrsordnung kopiert worden war, stellten wir fest, dass wir gar keine Genehmigung bräuchten, wenn wir mit maximal 29 Fahrzeugen in einer Gruppe fahren. Also nahm ich den Antrag wieder zurück, aber einen Betrag von 180 DM müssten wir dennoch zahlen – für die „Mühen“ der Verwaltung. Bis heute ist aber noch kein Bescheid gekommen, aber ich werde nichts bezahlen, da wir ja komplett falsch beraten wurden.

    Nach diesen letzten Schwierigkeiten kam endlich der Sonntag. Schnell noch im Wahlbüro vorbeigerauscht, ging es um kurz vor 9 Uhr los Richtung Blankenau. Unterwegs konnten wir schon die ersten Rollerfahrer aufsammeln. Kaum hatten wir unser „Büro“ in der Freizeitdomäne aufgemacht, ging es Schlag auf Schlag. Irgendwann habe ich die Übersicht total verloren und habe immer nur abgehakt und kassiert, während Nicole fleißig Lunch-Pakete verteilt hat. Irgendwann kam mein Vater und berichtete, dass der Parkplatz schon fast voll wäre. Aber irgendwann riss der Strom dann doch noch ab und die erste Gruppe konnte auf die Reise gehen. Insgesamt waren jetzt 132 Roller und 167 Personen gekommen. Einige Zeit später konnte auch die letzte Gruppe losfahren, aber schon zwei Orte weiter sahen wir die letzten der vorherigen Gruppe schon wieder (bei meinen „E“s musste keiner tanken – bei den „D“s waren´s gleich einige). Also legten wir eine Raucherpause ein, bevor wir weiter quer durch die Prärie zum Desenberg fuhren. Dort war der Parkplatz schon sehr gut gefüllt, als wir ankamen. Dort wurde bei bestem Wetter und bester Sicht erst gemütlich geklönt. Ob jemand den Berg zur Burg hoch erklommen hat, habe ich nicht mitbekommen. Nach ca. einer Stunde ging es dann in Richtung Hofgeismar weiter zur Sababurg, wo es Kuchen geben sollte. Wie ich erst später erfahren habe, ist es noch auf dem Desenberg zu einem Ausfall eines Rollers gekommen (leider ein Frankfurter, der dann direkt nach Blankenau in die Werkstatt gefahren ist). Im Reinhardswald gab es erst mal wieder was zu essen und zu trinken – das riesige Kuchenbuffet kam, so glaube ich, bei allen gut an. Die Stimmung beim Picknick mitten im Wald war ebenfalls super, aber irgendwann ging es dann doch weiter. Quer durch den Wald ging es über Gieselwerder in den Solling. Zum Glück kannte keiner der Teilnehmer die geplante Strecke, daher hat´s keiner gemerkt, dass einige Gruppen aus Zeitgründen nicht mehr die Extra-Schleife über Derental gefahren sind.

    Zurück in Blankenau hieß es erst mal wieder Schlangestehen. Dieses Mal war es der Gyros-Grill, der alle anlockte. Leider war einen Tag vorher der zweite Gyros-Grill-Motor ausgefallen, daher dauerte es doch reichlich lange, bis jeder bedient wurde (dafür möchte ich mich entschuldigen, aber es ging einfach nicht schneller. Aber bis auf zwei – drei Personen haben es ja alle ganz locker genommen). Nachdem alle abgefüttert worden waren, gingen die ersten auf die teilweise weite Heimreise (nach Frankfurt, Hannover, Ibbenbühren und wo ihr so alle hergekommen seid).

    Gegen 21 Uhr waren dann alle wieder gut gestartet und die Freizeitdomäne wieder in ihr normales Aussehen gebracht. Wir waren alle recht kaputt, aber freuten uns darüber, dass wieder alles so gut geklappt hat (vor allem das Wetter!). 

    An dieser Stelle auch einen riesiges Dankeschön an Bernhard Brüstle und Vassilios Mumos (der Wirt), die uns so gut unterstützt haben. Bessere Partner konnten wir nicht für unser Rollertreffen finden!

     Also: Ich hoffe, dass euch unser Treffen auch in diesem Jahr gefallen hat und ihr alle wieder gut nach Hause gekommen seid. Wir werden im nächsten Jahr bestimmt wieder ein Treffen organisieren, aber mehr als 130 Roller werde ich nicht aufnehmen – sonst wird´s wirklich schwierig.

     Viele Grüße aus Höxter....

     Matthias